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Mag. Norbert M. Säumel | Mathematik | Willkommen
Mathematiker optimieren Lieferketten

Anpassungsfähige und ausfallsichere Versorgungsketten, agile und widerstandsfähige Nachschubketten sind in Krisenzeiten mehr gefordert denn je. Die Universitäten Klagenfurt und Salzburg arbeiten zusammen, um diese Lieferketten mit Algorithmen zu unterstützen.

Unterbrechungen und Störungen von Lieferketten sind nichts Unübliches. Gerade in Krisenzeiten treten sie aber typischerweise verstärkt und geballt auf, wie Margaretha Gansterer, Professorin am Institut für Produktions-, Energie- und Umweltmanagement erklärt: „Beispiele sind Lieferengpässe bei Komponenten aus China, Verzögerungen bei grenzüberschreitendem Güterverkehr, Einreiseverbote oder krankheitsbedingte Ausfälle von Personal.“

Sie will nun gemeinsam mit Philipp Hungerländer, assoziierter Professor am Institut für Mathematik in Klagenfurt, dabei unterstützen, dass es hierzulande in der aktuellen Situation zu möglichst wenigen Schwierigkeiten kommt. Philipp Hungerländer erläutert dazu: „Wir können Algorithmen entwickeln, die dabei unterstützen zu erkennen, wann bei einzelnen Produkten eine Knappheit entstehen könnte – sei es durch ein Problem bei der Fertigung oder Lieferung, oder aber auch durch eine sprunghaft angestiegene Nachfrage.“ Hungerländer forscht schon länger zu diesem Thema.

Mit Hilfe solcher Methoden könne es gelingen, aus vergangenen Beobachtungen (historischen Daten) zu lernen und auch in einem dynamischen Umfeld gute Entscheidungen zu treffen. Basis für alle Überlegungen sei, so Gansterer, eine Forcierung der Zusammenarbeit, denn trotz Konkurrenzsituationen oder Hemmungen bei der Datenfreigabe sei es aktuell wichtig, dass alle Akteurinnen und Akteure zusammenarbeiten, um gemeinsam auch möglichst agil und flexibel sein zu können

Als problematisch werten sowohl Gansterer als auch Hungerländer die Hamsterkäufe: „Derzeit gelten viele einschränkende Maßnahmen, um die Gesundheit der Gemeinschaft zu schützen. Ähnlich ist es auch bei den Hamsterkäufen: Aus individueller Sicht ist die Sorge vor Knappheit zwar nachvollziehbar, aber mit Blick auf die Gemeinschaft erzeugen die Hamsterkäufe für uns Probleme. Tatsächliche Bedarfe werden verzerrt und entlang der Wertschöpfungskette kommt es zu sich aufschaukelnden fehlerhaften Prognosen.“

Quelle:
https://kaernten.orf.at/stories/3041969/
(abgerufen am 22.03.2020)
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